In Krisensituationen besteht manchmal ein erhöhtes Bedürfnis nach Zuwendung, Fürsorge und Liebe. Häufig werden diese Situationen auch gerade ausgelöst, weil ein Mangel an genau diesen Elementen erlebt wurde. Auch in der Kindheit haben viele Menschen nicht genügend positive Zuwendung bekommen. Dazu kommt, dass viele Menschen durch ihre Erziehung eher gelernt haben, mit sich selbst streng und fordernd zu sein. Wer dann in eine Krise gerät oder mit herausfordernden Lebensfragen konfrontiert ist, urteilt über die eigene Situation häufig mit ebendieser Strenge statt sich selbst Zuwendung, Fürsorge und Liebe zu gewähren. Nicht zuletzt haben viele Menschen auch gelernt, dass es richtig sei, vor allem für die anderen da zu sein und die eigenen Bedürfnisse nicht zu beachten. "Egoismus" gilt als negative Eigenschaft.

 

Eine mögliche Antwort auf einen Mangel an Zuwendung, Fürsorge und Liebe von außen, auf zu große Strenge mit sich selbst und auf den starren Glaubenssatz, nicht "egoistisch" sein zu dürfen, stellt ein gezieltes Bemühen um "Selbstfürsorge" dar:  sich selbst anzunehmen, sich wertzuschätzen und zu sich selbst gut zu sein. Im Gespräch kann dies thematisiert werden, und Sie können nach und nach lernen, sich mit mehr Selbstfürsorge zu begegnen.


"Nichts kann die Seele heilen als die Sinne, so wie nichts die Sinne heilen kann als die Seele." Oscar Wilde

 

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Annette Pichler
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